Gepfefferte Überraschung - Einbruch in der Pfefferboutique

Einbrecher halten Gewürze für Diamanten.

Die Auslage sah einfach zu verführerisch aus. Ungeschliffene Diamanten, in Silber eingefasst, edel präsentiert am schlanken Puppenhals. Daneben blitzt ein silberner Ring am künstlichen Händchen. Die Täter schnappten sich einen dicken Stein aus einem Baucontainer nebenan und zertrümmerten damit das Schaufenster der Boutique in der Stammstraße in Ehrenfeld. Immer die Brillanten im Blick.

Nun haben die Einbrecher ihre Rechnung leider ohne Frau K. aus dem Haus nebenan gemacht. Als die 69-Jährige in der Nacht auf Donnerstag um kurz nach drei Uhr einen Knall hört, springt sie aus dem Bett und lässt den Rollladen in der Küche hoch. Sie streckt den Kopf aus dem Fenster und erblickt: niemanden. Die Einbrecher sind fort, das Scheppern des Rollos hat die Einbrecher in die Flucht geschlagen. Die Scherben bedecken den ganzen Bürgersteig. Frau K. fegt ein wenig und schiebt Wache, bis die Polizei eintrifft und einer der Inhaber, den sie aus dem Bett geklingelt hat.

Der Inhaber ist erst geschockt und dann erleichtert. Das Wichtigste ist noch da: der Pfeffer. Der weiße, der schwarze und der rote Pfeffer. Angepflanzt in Kambodscha, handverlesen. Ein exklusives Gewürz. Sebastian Brimmers (28), Bastian Stollwerk (29) und Martin Gompelmann (28) haben sich mit ihrer Pfeffer-Boutique „Hennes’ Finest“ einen Traum erfüllt.

Und deshalb behandeln sie die scharfen Körnchen – nun ja – wie ungeschliffene Diamanten. Ob die Einbrecher gemerkt haben, dass am Geschmeide nur Pfefferkörner baumeln, ist nicht bekannt. Frau K. hat ihnen ja kaum Zeit gelassen. Im Laufe des Tages stellte sich aber heraus, dass drei besonders exponiert ausgestellte Schmuckstückchen spurlos verschwunden sind: ein rotes, ein schwarzes und ein weißes Pfefferkorn. Wem die Einbrecher die wohl zum Kauf anbieten?

Von Claudia Hauser | Kölner Stadtanzeiger

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.