Zu Besuch in Kambodscha

Von Februar bis Mai habe ich Südostasien bereist, nicht nur um mich selbst zu finden, sondern vor allem um Farmlink und unsere Pfefferbauern in Kambodscha zu besuchen. Da seit meinem letzten Aufenthalt in Kambodscha schon wieder einige Zeit vergangen ist, konnte ich meine Liebe zu Land, Leuten und unserem Kampot Pfeffer mit meinen neu gewonnenen Eindrücken nochmal deutlich verstärken und meine/unsere Motivation, dieses einzigartige Produkt bekannt zu machen, weiter steigern.

Neben dem Besuch diverserer Pfeffer-Plantagen und dem Abendessen mit 12 kambodschanischen Schönheiten (dazu unten mehr), war der Einkauf der neuen Pfeffer-Jahresernte das absolute Highlight meines Besuchs. Mit den beiden Farmlink-Verantwortlichen Christoph und Sebastien bin ich morgens schon ganz früh raus auf’s Land, in einen der abgelegensten Winkel der Provinz Kampot, gefahren. In einer winzigen „Ortschaft“ wurden wir unter dem heiligen Baum empfangen und haben dort den Kampot Pfeffer von insgesamt 95 Farmer-Familien direkt eingekauft. Die Familien brachten ihre Pfeffersäcke zu Fuss, auf Karren oder Motorrollern. Und da ja „Feiertag“ war, kamen gleich alle Familienmitglieder mit. Es war überwältigend zu sehen, wie dieser Tag zelebriert wurde. Und die Bauern haben, denke ich, auch allen Grund dazu, denn sie bekommen einen enorm guten Preis pro Kilogramm. Im Durchschnitt geht eine Familie mit 1500-2000 USD nach Hause, die sie direkt in bar ausgezahlt bekommen. Bedenkt man, dass die Bauern während der Erntezeit zweimal ihren Pfeffer an Famrlink verkaufen (einmal schwarzen Pfeffer und einmal weißen/roten Pfeffer) und dass der kambodschanische Durchschnittslohn bei 95 USD/Monat liegt, ist das ein wirklich gutes Einkommen. Aber so sollte es immer sein: wer gute Arbeit leistet und Top-Qualität liefert, der bekommt den dafür angemessenen Preis. Und die „gute Sache“ hört beim Kilopreis nicht auf: Die Farmer können sich über den „Farmlink Farmer’s Fund“ zinslos Geld leihen, wenn sie Ihre Plantagen erweitern wollen, größere Reperaturen an Haus oder Geräten vornehmen müssen, Anschaffung zu finanzieren haben oder Geld für den Arzt brauchen. Das geliehene Geld wird einfach bei der nächsten Ernte „in Pfeffer“ zurückgezahlt. Ist sowieso die krisensicherere Währung.

Den eingekauften Pfeffer haben wir dann in die Räumlichkeiten von Farmlink fahren lassen. Dort wird er gereiningt und von zahlreichen Khmer-Damen per Hand selektiert, eine beeindruckend filigrane Arbeit! Und hier kommen die bereits oben erwähnten kambodschanischen Schönheiten zurück ins Spiel. Die Arbeiterinnen, die bei Farmlink den Pfeffer sortieren, haben mich einmal zum traditionellen gemeinsamen Feierabend-Essen in eine kambodschanische Straßenküche eingeladen. Natürlich konnte ich da nicht widerstehen – und das nicht nur wegen der guten Küche… Das gemeinsame Essen war eine weitere wichtige Erfahrung, denn ich habe gemerkt wie dankbar und glücklich die Mädels darüber sind, für Farmlink arbeiten zu dürfen. Nicht nur weil sie mehr verdienen und bessere Arbeitsbedingungen haben als anderswo, sondern weil sich Ihnen Perspektiven und Chancen bieten. Sie kommen ständig in Kontakt mit Besuchern aus der ganzen Welt, einige bekommen Sprachschulen bezahlt und machen Touristenführungen, andere übernehmen mehr Verantwortung innerhalb der Produktion bei Farmlink. Ganz sicher ist auf jeden Fall, dass keines der Mädels diesen Job aufgeben oder tauschen möchte! Und diese Erzählungen haben mich dann so glücklich gemacht, dass ich direkt mal alle eingeladen habe. Aber die 10 USD, die ich für 13 Leute, die viel gegessen und getrunken haben, zahlen musste, konnte ich verkraften.

Alles in allem waren meine Eindrücke mehr als positiv und ich finde es toll zu sehen, was wir, gemeinsam mit unseren Kunden für die Region Kampot tun können. Und natürlich bin ich nicht ohne ein neues Produkt zurückgekehrt, aber dazu im nächsten Eintrag mehr…Jetzt genießt erst einmal die Fotos!

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