Estragon ist für seinen angenehmen, leicht an Anis erinnernden Geschmack mit einem Hauch an Bitterkeit bekannt. Das Gewürz ist besonders in der französischen Küche beliebt und gibt Fisch- und Geflügelgerichten sowie der bekannten Sauce Béarnaise eine feine Würze.
Bereits im Mittelalter wurde Estragon sowohl als ein beliebtes Küchengewürz als auch als traditionelle Heilpflanze eingesetzt. Das aromatische Gewürz verleiht zart schmeckenden Geflügel- und Fischgerichten, Salatsaucen sowie Pilzdelikatessen eine herrlich subtile, bitter-süße Würze, die Nuancen von Anis, Marzipan und Waldmeister offenbart.
Estragon kann wunderbar während des Kochvorgangs eingesetzt oder als würzende Garnitur am Ende hinzugefügt werden. Das volle Aroma entfaltet sich jedoch erst richtig bei Hitze.
Fines Herbes, Bouquet garni
Estragonbutter, Sauerbraten, Frankfurter grüne Sauce, Remoulade, eingelegte Gurken, Estragonhuhn, Sauce bernaise, Sauce Tartare, Sauce Ravigote, Estragonsenf, Chakapuli
Frankreich, Osteuropa
Durch den weltweit verbreiteten Anbau von Estragon haben sich inzwischen viele Variationen entwickelt. Generell wird zwischen zwei Hauptsorten unterschieden: Der russische und der französische Estragon. Die russische Variation ist etwas weniger süß und aromatisch im Vergleich zum französischen Estragon, doch beide Sorten sind leicht bitter im Nachgeschmack.
Der römische gelehrte Plinius war überzeugt davon, dass Estragon gegen Müdigkeit hilft. Im Mittelalter legten sich Pilger bei langen Märschen deshalb Estragon in die Schuhe. Vielleicht lohnt sich auch heute mal ein Blick in die Schuhe der Marathonläufer. Soweit wir wissen, steht Estragon allerdings nicht auf der Dopingliste.