Muskatnuss

Myristica fragrans

Die Grande Dame der Gewürzwelt.

Aroma:
Schlüsselaroma: Myristicin (würzig, warm, balsamisch)
Harmoniert mit:
Dill
Kardamom
Koriandersamen
Kümmel
Liebstöckel
Lorbeer
Petersilie
Piment
Salbei
Thymian
Wacholder
Zitrusschalen
Maximale Füllmenge:
Im Braunglastiegel (108 ml) 12
Stk.

Elegant, mystisch, mit gelassener Präsenz, einem Hauch von Abenteuer und sehr vielen Geschichten im Gepäck kommt sie daher, die „Grande Dame“ der Gewürzwelt. Wegen ihr wurden Kriege geführt, sie kennt die exotischen Handelsrouten und die geheimen alchemistischen Experimente. Sie weiß um ihre Macht und wenn man zu viel von ihr kostet, verdreht sie einem den Verstand.

Von ihrer Heimat aus, der indonesischen Insel Banda, eroberte die Muskatnuss die Welt im Sturm und ist heute in den großen Länderküchen rund um den Globus zuhause. Vor allem wir Europäer lieben sie in der Sauce Béchamel, über die sie es in ewige Klassiker wie Moussaka und Lasagne geschafft hat. In Kartoffelngratin, Rahmspinat oder Blumenkohlgerichten ist sie ebenso unverzichtbar, wie im Dresdner Stollen. Ihr erstaunlich breites Aromenspektrum reicht von warmen, harzigwürzigen, balsamisch Noten über zitrisch fliederartige bis hin zu ätherischen Eukalyptusnoten. Ihr Öl wird aufgrund dieser Vielfalt gerne zum Aromatisieren von Herrenparfüms, Likören, Tabakwaren, Seifen oder Zahnpasta genutzt.

Die Muskatnuss ist eines der teureren Gewürze Europas, was an ihrem schwierigem Anbau und der kompletten Handarbeit liegt, mit der die Früchte geerntet werden.

Verwendung

& Rezepte

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Verwendung

Wegen der intensiven Würzkraft sollte man sich Schritt für Schritt dem gewünschten Aroma nähern. Oft reicht schon eine kleine Prise. Man kann die Muskatnuss von Beginn an mitschmoren lassen, am besten entfalten sich aber ihre blumigen, fischen und ätherischen Noten, wenn man sie mit einer feinen Reibe direkt auf das fertige Gericht reibt.

Sie kann auch im Mixer oder in einem geeigneten Mörser zerkleinert werden, allerdings ist sie sehr ölhaltig und verklebt gerne die genannten Geräte.

Muskatnuss harmonisiert Geschmacksnoten auf vielfältige Weise: Im Spinat mildert sie die säuerlich-bittere Oxalsäure, im Rosenkohl den schwefeligen Kohlgeschmack und bei Pastinaken die erdige Note. Gleichzeitig verleiht sie allen Speisen eine warme, leicht kampferartige und harzige Würze. Muskat setzt zudem einen Kontrast zur Süße von Kartoffeln und Milch, wie in klassischen Gerichten wie Kartoffelpüree oder Gratin mit Butter, Milch und Muskat.

Auch helle Saucen, etwa Béchamel in Lasagne oder Moussaka, profitieren von ihrem Aroma. Durch die Fettlöslichkeit ihrer Aromen ergänzt Muskat Käsegerichte wie Parmesan ideal. Süßspeisen wie Honigkuchen, Obstsalat oder Früchtebrot erhalten mit Muskat oder der feinen Macisblüte einen würzig-fruchtigen Akzent. Eine kulinarische Regel lautet: Salziges mit Muskatnuss, Süßes mit Macis würzen.

Aroma 0-50 Grad
Frisch, leicht zitrusartig
Aroma 50-100 Grad
Sehr aromatisch und würzig, pfeffrige Schärfe

Gewürzmischungen mit Muskatnuss

Tandoori masala (Indien),
Baharat (Irak),
Garam Masala (Indien),
Ras al Hanout (arabisch),
Korma (Indien),
Quatre épices (Frankreich),
Goldene Milch (Indien)

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Rezept zum kennenlernen

Kartoffelpüree (auch Sellerie oder Pastinakenpüree), Lasagne, Spinatlasagne, Ofenspinat, Moussaka.

Wissenswertes

Kulinarische Heimat

Frankreich: Sauce béchamel, sauce hollandaise, Gerichte mit Blumenkohl oder Rosenkohl, Quiche, Gratin
Deutschland: Dresdner Stollen, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln, Blumenkohl, Rahmspinat, Spinatauflauf, Pilzgerichte, Käsefondue, Glühwein, Süßspeisen, Weißwurst (Macis)
Niederlande: Ei-, Kartoffel- und Käsegerichte, Kohlgerichte, Fleischeintöpfe und Obstpuddings
Italien: Ragù bolognese, Béchamelsauce (z. B. Lasagne), Gnocchi agli spinaci
Griechenland: Moussaka (Auberginenauflauf)
Indien: Mogulische Gerichte (Korma), Tandooris, Chai Masalas, Goldene Milch
Indonesien: Bumbu-Paste (scharfe balinesische Paste für Schmorgerichte)

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Wissenswertes

Der Name „Muskatnuss“ kommt vom lateinischen nux muscatus – Moschusnuss. Dabei ist sie weder eine Nuss, noch riecht sie nach Moschuss. Es handelt sich nämlich um die getrockneten Samen des Muskatbaums, die von einer holzigen Hülle, der pfirsischartigen Muskatfrucht, eingeschlossen sind. Der Samen, also unsere geliebte Muskatnuss ist von einer hocharomatischen, rotadrigen Fruchthülle umgeben, der Muskatblüte, auch Macis genannt.

In ganz Indien ist die Muskatnuss fester Bestandteil von „Betelbissen„, den Blättern des Betel-Pfeffers, die mit einer stimulierenden Mischung aus Betelnüssen, Kalk, Gewürzen und weiteren Stimulanzien nach dem Essen gekaut werden.

Unnützes Wissen

Grenada hat die Muskatnuss so sehr ins Herz geschlossen, dass sie auf der Nationalflagge des Landes abgebildet ist.

In den 60er-Jahren wurde Muskatnuss in der Gegenkultur wegen ihrer psychoaktiven Wirkung kurzzeitig als Droge „experimentiert“. Fazit: schlechte Idee.

Unwissende Holländer. Nicht nur, dass die „Vereinigte Ostindische Compagnie“ in Indonesien äußerst brutal gegen die Einwohner vorgegangen ist, um ihr Gewürz-Monopol zu erhalten, sie waren auch noch doof. Als sie feststellten, dass die Macis einen deutlich höheren Preis erzielte als die Muskatnuss, erteilten sie die Anweisung, einen Teil der Muskat-Bäume zu fällen und dafür Macis-Bäume anzupflanzen. Da hätte besser jemand mal vorher gecheckt, was Macis eigentlich ist. Dann hätte man wohl auch gemerkt, das Macis und Muskatnuss von der selben Frucht stammen. Das nennt man dann wohl „sich selbst ins Knie schießen“

Die Muskatnuss galt bereits im Mittelalter als Symbol für Reichtum und wurde in Gold aufgewoegn. Dadurch erhielt sie den Spitznamen “goldene Nuss”.

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